Yala Juchmann (D)

Beobachtung und Praxis der Garderobe

Wie bewegt sich unser Körper im Zusammenspiel mit dem uns umgebenden Material, sei dies Kleidung oder Werkzeug. Wie bewegt sich unser Blick bei der Betrachtung des uns umgebenden Raumes oder eines Bildes. In welcher Wechselbeziehung befindet sich das Material unseres Körpers zum Material der Umgebung. Welch gegenseitige Animation findet in dem Gefüge statt und welche Möglichkeiten gibt es diese sichtbar zu machen. In der Serie Am Morgen der Flächen generiert Yala Juchmann (D/*1984) Kompositionen aus einem Fundus an Formen. Den Bildern liegt die Auseinandersetzung mit dem gestalterischen Aufbau von Wappen und Flaggen zugrunde. Ohne symbolhafte Wiedererkennung anzustreben, werden die Elemente ihrer ursprünglichen Umgebung enthoben und auf formaler Ebene verhandelt. Die Kompositionen entstehen durch Schichtung: Auftragen und Wegnehmen, Versiegeln und Auswaschen. Yala Juchmann nutzt dabei die gegensätzlichen Eigenschaften von Wasser und Wachs und bannt diese auf dem Bildträger. Im Prozess der Bildfindung löst das Material die Symbole der Heraldik ab. Dem Material wird eine aktive Rolle zugesprochen. Der Stoff und die Struktur eines Mantels beeinflussen die Bewegungen des Körpers. Es entsteht ein wechselseitiger Einfluss von extern anhaftendem Objekt und tragendem Körper. Kleidung bietet im Gebrauch nicht allein Schutz und das Erfüllen von Konvention sondern auch die Grundlage für Bewegungsabläufe. Am Abend der Eröffnung im Grand Palais wird Yala Juchmann die Auseinandersetzung mit dem Material als aktivem Gegenüber in einer Performance fortführen.

www.yalajuchmann.de
Yala Juchmann hat von 2005 bis 2011 in Berlin, Helsinki und New York Bildende Kunst studiert.

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