zoom in – Festival für improvisierte Musik

Sa + S0 20./21.10. im Grand Palais!

Das »zoom in« Festival für improvisierte Musik feiert 2018 sein fünfzehnjähriges Bestehen. Für die gross angelegte Jubiläumsausgabe finden sich 45 Musiker*innen aus dem In-und Ausland für 15 Konzerte an verschiedenen Orten in der Stadt Bern zusammen.

In den 15 Jahren seines Bestehens ist das »zoom in« Festival zur zentralen Plattform für zeitgenössische improvisierte und experimentelle Musik in Bern geworden – ein klingendes Laboratorium, ein Raum andere Sounds und neue Konzepte. Das vom Christian Kobi kuratierte Programm präsentiert Grössen der internationalen Szenen nebst lokalen Nachwuchskünstler*innen und Vertreter*innen von Aussenseiterpositionen. Diesem Prinzip bleibt das »zoom in« Festival auch in seiner Jubiläumsausgabe treu. Jedoch werden dieses Jahr neben dem Berner Münster auch andere Räume, wie das Museum für Kommunikation, das Kellergewölbe des Sonarraums im Progr sowie die Kunstgalerie Grand Palais, bespielt. Neue Orte für ein breiteres Publikum.

Programm im Grand Palais:

REA DUBACH SOLO Stimme, Electronics
Die Bieler Musikerin Rea Dubach steht für eine Generation junger selbstbewusster MusikerInnen, die sich ohne Berührungsängste und Genredünkel in musikalische Abenteuer stürzt. In ihrem individuellen Klangkosmos, den sie seit Jahren in Solo-Projekten und Bands entwirft, begegnen sich Pop-Fragmente, wabernde elektronische Klangflächen, Naturaufnahmen und Geräusche, die Klangwesen gebärden sich mal als Nachhall einer Songstruktur, mal als frei wandernde flüchtige Momentaufnahmen. Über diese mystischen Klanglandschaften entfaltet sich die lyrische Naturgewalt von Rea Dubachs Stimme.

SŁAWEK JANICKI Kontrabass
JERZY MAZZOLL Klarinette

Die polnischen Musiker Sławek Janicki und Jerzy Mazzoll lassen ihren Klängen viel Zeit. Es ist ein in sich ruhendes und dennoch stetig bewegtes Entfalten der Musik in der Zeit. Der für die experimentelle polnische Jazz-Musik prägende Klarinettist Jerzy Mazoll entlockt seinem Instrument berückende Multiphonics und stehende Klänge, die sich wie Prismen in immer neuen Schattierungen offenbaren, während Sławek Janickis warmer Kontrabass oftmals pointilistisch und in präziser Reduktion den Puls einer schier stillstehenden Zeit beisteuert.
GAUDENZ BADRUTT RECYCLED SOLOS Electronics
Gaudenz Badrutt betätigte sich nach seinem Klavierstudium als Pianist und Interpret zeitgenössischer Musik, bevor er sich vermehrt der Elektronik, der Klangkunst und der improvisierten Musik zuwandte. In recycled solos spielt er mit Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion von Klang. Digital gespeicherte klangliche Überbleibsel von vergangenen Konzerten sind die Basis für einen musikalischen Prozess, der von Zerfall, Wachsen, Entwicklung, Wuchern, Überborden und erneutem Zerfall, Zersetzen lebt. Diese Prozesse erklingen als vielschichtige, teils bruitistische Musik. Es entsteht ein Cinéma pour l’oreille aus grossflächigen, fein ziselierten Klanggebilden.
BUTTERLAND – REGINA DÜRIG & CHRISTIAN MÜLLER
Die Autorin Regina Dürig und der Musiker Christian Müller arbeiten seit 2010 als Butterland auf dem Gebiet von Stories und Sounds. Die Werke von Butterland haben meist skulpturalen Charakter und sind formal zwischen Liveperformance, Poetic Noise, Hörspiel und räumlicher Installation einzuordnen. Für ihre Performance am »zoom in« Festival hat sich das Duo mit der Arbeit der amerikanischen Altphilologin Alice E. Korber auseinandergesetzt, die ihr ganzes Leben der Entzifferung einer alten minoischen Schrift gewidmet hat. Das Butterland-Projekt ‚Das Schweigen entziffern‘ ist eine Reise durch Notizen, Briefe und Fiktionen, die zum Ziel hat, Alice Kober wieder in die Welt zu erzählen.
FRANZISKA BAUMANN SOLO Stimme
Müsste man für die Kunst der Stimmperformerin und Klangkünstlerin Franziska Baumann ein Adjektiv wählen, so hiesse dieses vielleicht: polyglott. In atemberaubender Virtuosität schafft sie es, zwischen Gesangs-Stilen und Techniken hin und her zu switchen. Da treffen randschwingige Kehlgeräusche auf lyrischen Gesang, Scat-Anleihen, Spoken Word und Jodel. Zur stilistischen Bandbreite tritt ein beständiges Forschen am Materialstand der Stimme – das Suchen nach Ausdrucksmöglichkeiten jenseits gesangsästhetischer Normen. Ihre theatralen, zuweilen auch installativen, Performances sind stets überraschend, poetisch, verspielt und virtuos im besten Wortsinn.
OKKYUNG LEE SOLO Cello
Die Süd-Koreanerin Okkyung Lee scheint in allen Welten beheimatet zu sein. Sie studierte Komposition und Filmmusik am renommierten Berklee College of Music in Boston und ist als Improvisatorin und Interpretin weltweit gefragt. Elegische Stücke im neoromantischen Stil gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie kratzborstige Improvisationen. Sie überträgt die Techniken des klassischen und zeitgenössischen Cello-Spiels in ihre Arbeit als improvisierende Musikerin. In ihrem hochenergetischen, kompromisslosen Spiel erzeugt sie eine archaische Klangwelt, der man sich kaum entziehen kann.

https://www.zoominfestival.ch

 

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